Welche Infekte wir am Hausbesuch versorgen
Das Spektrum der akut behandelbaren Infektionen reicht von Atemwegen über den Hals-Nasen-Ohren-Bereich bis zu Harnwegen und Haut. Konkret versorgen wir akute Bronchitis, ambulant erworbene Pneumonie ohne Schockzeichen, Sinusitis, Pharyngitis, Tonsillitis (auch Streptokokken-A nach Schnelltest), Otitis media und externa, Konjunktivitis, Hautinfektionen wie Erysipel oder Wundinfektionen und unkomplizierte Harnwegsinfekte.
Bei viralen Atemwegsinfekten – Influenza, RSV, SARS-CoV-2, Rhinoviren, Adenoviren – ist die Differenzierung durch Schnelltest meist innerhalb von 20 Minuten möglich. Das beeinflusst nicht nur die Therapie, sondern auch die Empfehlungen zur häuslichen Isolation und zur Krankschreibungsdauer.
Wichtig: Wir versorgen ausschließlich Infektionen, die ambulant beherrschbar sind. Bei Hinweisen auf Sepsis, Meningitis, schwere Pneumonie mit Hypoxie oder anderen bedrohlichen Verläufen organisieren wir die Klinikeinweisung in geeignete Berliner Häuser wie Charité, Vivantes oder DRK Westend.
Schnelltests vor Ort: Diagnostik in Minuten
Die RAB-Disposition rüstet jeden Hausbesuchs-Koffer mit Schnelltests für Influenza A/B, RSV, SARS-CoV-2 und Streptokokken Gruppe A. Diese antigenbasierten Tests sind innerhalb von 15 bis 20 Minuten ausgewertet und haben in der Akutphase eine gute Sensitivität, vor allem bei symptomatischen Patienten in den ersten Tagen.
Bei Verdacht auf bakterielle Infektion liefert ein CRP-Schnelltest innerhalb weniger Minuten ein Ergebnis. Werte unter 20 mg/l sprechen häufig gegen, Werte über 50 mg/l häufiger für eine bakterielle Genese – immer im klinischen Kontext zu bewerten. Urin-Stix und Urin-Mikroskopie ergänzen die Diagnostik bei Verdacht auf Harnwegsinfekt.
Wenn weitergehende Labordiagnostik nötig ist, organisieren wir die Probenentnahme vor Ort und die Übergabe an ein Berliner Privatlabor wie LADR, Limbach oder Synlab. Befunde liegen typischerweise binnen 12 bis 24 Stunden vor und werden per E-Mail an Sie und auf Wunsch an Ihren Hausarzt übermittelt.
Antibiotikum: wann ja, wann nein, wann etwas anderes
Antibiotika sind keine fiebersenkenden Medikamente. Sie wirken gegen Bakterien, nicht gegen Viren. Über 80 Prozent der akuten Atemwegsinfekte in Berlin sind viral – bei dieser Mehrheit ist ein Antibiotikum nutzlos und schadet potenziell der eigenen und der gesellschaftlichen Resistenzlage.
Indikationen für ein Antibiotikum sind unter anderem die Streptokokken-A-Tonsillitis mit positivem Schnelltest, die ambulant erworbene bakterielle Pneumonie, der Harnwegsinfekt mit Fieber oder Flankenschmerz (Pyelonephritis), das Erysipel sowie schwere Otitis und Sinusitis bei Risikopatienten. Die Substanzauswahl folgt der aktuellen Berliner Resistenzlage und individuellen Allergien.
Wo möglich, behandeln wir mit dem schmalsten wirksamen Spektrum. Bei viralen Verläufen bleibt die symptomatische Therapie der Goldstandard – ausreichend Flüssigkeit, Schmerzmittel, gegebenenfalls Hustenstiller oder Schleimlöser. Diese Differenzierung ist eine ärztliche Kernkompetenz und nicht verhandelbar.
Wann der Hausbesuch nicht ausreicht
Bei klinischen Hinweisen auf Sepsis – Verwirrtheit, hohe Atemfrequenz, niedriger Blutdruck, Schüttelfrost mit hohem Puls, Hautmarmorierung – gehört der Patient nicht ins Bett, sondern in die Klinik. Wir organisieren das über 112 und begleiten die Anmeldung in der Notaufnahme.
Schwere Pneumonien mit Sauerstoffsättigung unter 92 Prozent, Lungenembolien, akute Endokarditis, Meningitis und andere lebensbedrohliche Infektionen müssen stationär versorgt werden. Auch hier ist die ärztliche Triage entscheidend: lieber einmal früh überweisen als spät reagieren.
Bei Patienten unter Immunsuppression – Chemotherapie, biologische Therapie, Transplantation, HIV mit niedrigen CD4-Zellen – senken wir die Schwelle für eine Klinikeinweisung deutlich. Selbst scheinbar harmlose Symptome können hier schnell eskalieren.
Praktische Versorgung: Rezept, Nachsorge, Folgekontakt
Nach Diagnose und Therapieentscheidung erhalten Sie ein Privatrezept, das in jeder Berliner Apotheke einlösbar ist. Bei Bedarf vermitteln wir den Botendienst der nächstgelegenen Apotheke; in Mitte, Charlottenburg und Prenzlauer Berg liefern viele Apotheken innerhalb von 60 Minuten.
Sie erhalten eine schriftliche Zusammenfassung der Untersuchung mit Diagnose, Therapieempfehlung und Verhaltensregeln, auf Wunsch in Deutsch oder Englisch. Diese Zusammenfassung kann an den Hausarzt oder eine internationale Versicherung weitergeleitet werden.
Verlaufskontrollen sind in der Privatpraxis Reiche möglich. Telefonische Rückfragen unter +49 30 550 77 870 in den ersten 24 Stunden sind kostenfrei; bei erneutem Hausbesuch fällt eine separate GOÄ-Abrechnung an. Wir glauben an integrierte Versorgung und nicht an Einmal-Kontakte.