rab Ärztlicher Bereitschaftsdienst
Berlin
Medical House Call
Berlin
Medizinischer Ratgeber · Berlin

Grippe Arzt Berlin

Echte Grippe ist mehr als ein grippaler Infekt. Influenza wird durch die Viren A und B verursacht, trifft Berlin in den Wintermonaten Dezember bis März und kann gerade bei Älteren, Schwangeren und chronisch Kranken einen schweren Verlauf nehmen. RAB schickt täglich von 6 bis 24 Uhr einen Facharzt zu Ihnen nach Hause oder ins Hotel, führt Influenza-Schnelltests durch, bewertet die Indikation für Oseltamivir und stellt die Krankschreibung aus. Telefonisch unter +49 30 550 77 870, Ankunft in zentralen Bezirken meist innerhalb von 60 bis 90 Minuten.

Lesezeit · 7 Min. Aktualisiert · 2026-05-23

Warnsignale bei Grippe – sofort 112

  • Akute Atemnot, Atemfrequenz über 24 pro Minute oder bläuliche Lippen
  • Brustschmerz, Herzrasen über 130/min in Ruhe oder Kollapsneigung
  • Bewusstseinsstörung, Verwirrtheit oder neu aufgetretene Desorientiertheit
  • Krampfanfall, besonders bei Fieber
  • Plötzliche Verschlechterung nach scheinbarer Besserung (Verdacht auf bakterielle Superinfektion)
  • Anhaltendes Erbrechen mit Austrocknungszeichen
  • Grippe-Verlauf bei Schwangeren mit Atemnot oder schwerem Krankheitsgefühl
  • Auftretende Hautblutungen oder ausgedehnte Hauteinblutungen

Im Zweifel 112 wählen — bei lebensbedrohlichen Symptomen ist der öffentliche Rettungsdienst die erste Adresse.

Grippe oder grippaler Infekt? Der Unterschied

Im alltäglichen Sprachgebrauch wird Grippe oft synonym für jeden viralen Atemwegsinfekt verwendet. Medizinisch ist Grippe aber die Erkrankung durch Influenzaviren. Sie unterscheidet sich vom klassischen Erkältungsinfekt durch den plötzlichen Beginn, das hohe Fieber, die ausgeprägten Glieder- und Muskelschmerzen und die starke Abgeschlagenheit.

Erkältungen entwickeln sich über Tage und betreffen primär Nase und Rachen. Influenza schlägt häufig binnen weniger Stunden zu, oft mit Schüttelfrost und massivem Krankheitsgefühl. Während ein grippaler Infekt in der Regel nach einer Woche abklingt, kann Influenza zwei bis drei Wochen mit Erschöpfung nachwirken.

Die Unterscheidung ist nicht nur akademisch: Bei Risikopatienten – Senioren über 65, Schwangere, Patienten mit COPD, Diabetes, Herzinsuffizienz oder Immunsuppression – kann eine bestätigte Influenza die Indikation für eine antivirale Therapie und engere Beobachtung begründen.

Diagnostik beim Berliner Hausbesuch

Der RAB-Facharzt führt zunächst eine vollständige Anamnese und körperliche Untersuchung durch: Auskultation, Inspektion des Rachenraums, Otoskopie, Lymphknoten- und Bauchpalpation, Pulsoxymetrie und Vitalparameter. Eine reduzierte Sauerstoffsättigung unter 94 Prozent oder eine Atemfrequenz über 24 pro Minute sind Alarmzeichen, die zur Klinikeinweisung führen können.

Der Influenza-Schnelltest – ein PCR-Vergleichstest oder ein hochwertiger Antigen-Test – liefert innerhalb von 15 Minuten ein Ergebnis. Bei positivem Befund auf A oder B können wir die Therapie individualisieren. Parallel testen wir bei Bedarf auf SARS-CoV-2 und RSV, weil Mischbilder im Berliner Winter häufig sind.

CRP-Schnelltests helfen, eine bakterielle Superinfektion abzuschätzen. Bei Verdacht auf Pneumonie führen wir auf Wunsch eine Lungensonografie durch oder vermitteln eine zeitnahe Bildgebung über das Radiologie-Netzwerk Berlin.

Therapieoptionen: symptomatisch und antiviral

Bei unkompliziertem Verlauf steht die symptomatische Therapie im Vordergrund: Bettruhe, ausreichend Flüssigkeit, Paracetamol oder Ibuprofen zur Fieber- und Schmerzkontrolle, gegebenenfalls Husten- und Schleim-Therapeutika. Antibiotika sind bei reiner Influenza nicht indiziert und wirken nicht gegen Viren.

Antivirale Therapie mit Oseltamivir (Tamiflu) ist sinnvoll, wenn die Symptome weniger als 48 Stunden bestehen und der Patient zur Risikogruppe gehört oder einen schweren Verlauf zeigt. Die Standarddosis liegt bei 75 mg zweimal täglich über fünf Tage. Nebenwirkungen wie Übelkeit sind häufig und sollten gegen den erwarteten Nutzen abgewogen werden.

Bei bakterieller Superinfektion – etwa einer Pneumonie nach initialer Influenza – ist eine resistenzgerechte Antibiotikatherapie indiziert. Der RAB-Facharzt verschreibt nach aktueller Berliner Empfehlung und in Rücksprache mit der Privatpraxis Reiche für Folgekontrollen.

Krankschreibung, Isolation und Rückkehr in den Alltag

Nach körperlicher Untersuchung und gegebenenfalls positivem Schnelltest stellen wir eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung aus. Influenza-Patienten sind in der Regel sieben bis zehn Tage arbeitsunfähig, können bei schwerem Verlauf aber auch länger ausfallen. Die Bescheinigung erfolgt für Privatpatienten als Privatattest, das von allen Berliner Arbeitgebern akzeptiert wird.

Während der ersten fünf bis sieben Tage scheidet ein Influenza-Patient hochinfektiöse Viren aus. Wir empfehlen häusliche Isolation, Vermeidung von Besuchen bei Senioren oder Schwangeren, gute Händehygiene und das Tragen einer Maske, wenn enger Kontakt unvermeidbar ist.

Die Rückkehr in den Alltag sollte schrittweise erfolgen: Fieberfreiheit, ausreichende körperliche Belastbarkeit und das Abklingen des Hustens sind die wichtigsten Marker. Bei anhaltender Erschöpfung über zwei Wochen prüfen wir Differenzialdiagnosen wie eine postvirale Erschöpfung oder eine Myokarditis.

Prävention und Saison-Empfehlung

Die wirksamste Prävention ist die jährliche Influenza-Impfung. Sie wird in Berlin von Hausärzten, Betriebsärzten und in den Apotheken angeboten und ist für Risikogruppen kostenlos. Optimal ist die Impfung im Oktober oder November, vor der eigentlichen Saison.

Hände waschen, Lüften, Abstand und gegebenenfalls Maske in vollen Berliner U-Bahnen reduzieren die Übertragung. Innerhalb der Familie helfen separate Handtücher, häufige Lüftung und – wenn möglich – ein Schlafzimmer für den Erkrankten.

RAB-Patienten erhalten auf Anfrage einen Impf-Termin in der Privatpraxis Reiche oder eine Empfehlung für einen geeigneten Berliner Hausarzt. Wir glauben an integrierte Versorgung: Hausbesuch im Akutfall, präventive Beratung dazwischen.

Fragen & Antworten

Häufige Fragen zum Thema

Wie lange dauert eine Grippe normalerweise?

Eine unkomplizierte Influenza dauert typischerweise sieben bis zehn Tage mit Fieber, Gliederschmerzen und Abgeschlagenheit. Der Husten kann zwei bis drei Wochen anhalten, eine generelle Erschöpfung manchmal vier Wochen. Bei Risikopatienten – Senioren, Schwangere, COPD-Patienten – verlängert sich der Verlauf häufig. Wenn nach fünf bis sieben Tagen das Fieber zurückkehrt oder sich der Allgemeinzustand verschlechtert, denken wir an eine bakterielle Superinfektion und prüfen die Indikation für ein Antibiotikum. Rückfragen sind telefonisch unter +49 30 550 77 870 kostenfrei.

Wann ist Oseltamivir (Tamiflu) sinnvoll?

Oseltamivir wirkt am besten innerhalb der ersten 48 Stunden nach Symptombeginn. Die größte Evidenz besteht bei Patienten mit erhöhtem Risiko für einen schweren Verlauf – Senioren über 65, Schwangere, Patienten mit chronischen Herz- oder Lungenerkrankungen, Diabetes oder Immunsuppression. Bei gesunden jüngeren Patienten verkürzt das Medikament die Krankheitsdauer um etwa 24 Stunden; die Indikation ist hier individuell zu prüfen. Wir besprechen Nutzen und Nebenwirkungen offen und entscheiden gemeinsam.

Können Sie auch ein PCR-Ergebnis ausstellen?

Vor Ort führen wir Antigen-Schnelltests durch, die innerhalb von 15 bis 20 Minuten ein Ergebnis liefern. Bei reiserechtlichen oder versicherungstechnischen Fragen, die einen PCR-Befund verlangen, organisieren wir die Probenentnahme und vermitteln das Labor – die Befunde liegen typischerweise innerhalb von 12 bis 24 Stunden vor und können per E-Mail in Deutsch oder Englisch versendet werden. Die Kosten richten sich nach GOÄ und Laborgebühren und werden transparent im Vorfeld kommuniziert.

Soll ich bei Verdacht auf Grippe in die Notaufnahme oder Sie rufen?

Bei unkompliziertem Verlauf ohne Atemnot, ohne Brustschmerz und ohne Bewusstseinsstörung ist der Hausbesuch die bessere Wahl: keine Wartezeit, kein Risiko der Weiterverbreitung in einer überfüllten Notaufnahme, Therapie und Krankschreibung in einem Termin. Bei Hinweisen auf schweren Verlauf – Atemnot, Sauerstoffsättigung unter 94 Prozent, Verwirrtheit, anhaltender hoher Puls – wählen Sie 112. Die Disposition der RAB unter +49 30 550 77 870 hilft Ihnen bei dieser Triage.

Lieber direkt fragen?

Telefon, WhatsApp oder Online-Buchung — Sie erreichen einen Menschen, kein Sprachmenü.