rab Ärztlicher Bereitschaftsdienst
Berlin
Medical House Call
Berlin
Medizinischer Ratgeber · Berlin

Senioren Arzt Hausbesuch Berlin

Im Alter wird der Weg zur Arztpraxis zur Anstrengung – manchmal zur Unmöglichkeit. RAB bietet Hausbesuche durch geriatrisch erfahrene Fachärzte in ganz Berlin: in der eigenen Wohnung, im Seniorenheim, im betreuten Wohnen, im Hospiz. Unsere Schwerpunkte liegen auf akuter Versorgung chronischer Erkrankungen, Polypharmazie-Optimierung, Sturzfolgen, Verwirrtheitszuständen und der Vermeidung unnötiger Krankenhausaufenthalte. Telefonisch unter +49 30 550 77 870, täglich von 6 bis 24 Uhr, mit besonderem Schwerpunkt in Steglitz-Zehlendorf, Charlottenburg-Wilmersdorf, Pankow und Reinickendorf.

Lesezeit · 8 Min. Aktualisiert · 2026-05-23

Notfall-Warnzeichen bei Senioren

  • Plötzliche Verwirrtheit, neue Desorientiertheit oder Apathie
  • Atemnot, Atemfrequenz über 22/min oder bläuliche Lippen
  • Brustschmerz oder unklare Schwäche mit Schweißausbruch
  • Plötzliche einseitige Lähmung, hängender Mundwinkel oder Sprachstörung
  • Sturz mit Bewusstlosigkeit oder anschließendem starkem Schmerz im Hüft- oder Kopfbereich
  • Schwere Unterzuckerung bei Diabetes mit Bewusstseinsstörung
  • Anhaltendes Erbrechen oder Durchfall mit Dehydratationszeichen
  • Akute starke Bauchschmerzen oder Blut im Stuhl/Erbrochenen

Im Zweifel 112 wählen — bei lebensbedrohlichen Symptomen ist der öffentliche Rettungsdienst die erste Adresse.

Geriatrie ist eigene Medizin

Senioren reagieren auf Krankheit anders als jüngere Erwachsene. Infekte zeigen sich oft atypisch – Fieber fehlt häufig, dafür dominieren Verwirrtheit, Sturz oder akute Schwäche. Eine Pneumonie kann sich beim 85-jährigen ohne Husten zeigen, eine Sepsis ohne Schüttelfrost, ein Herzinfarkt ohne typischen Brustschmerz.

Geriatrische Versorgung verlangt einen klinischen Blick, der diese Eigenheiten kennt. Unsere Fachärzte – mehrere Fachärzte für Innere und Allgemeinmedizin mit langjähriger Praxis-Erfahrung im Berliner Senioren-Segment – arbeiten genau in dieser Tradition: gründlich, vorsichtig, leitliniengerecht, aber nie schematisch.

Hinzu kommt die Wertschätzung der Lebensumstände. Ein 88-jähriger Patient mit Demenz in seiner gewohnten Wohnung erlebt das Krankenhaus oft als traumatisches Ereignis. Wenn der medizinische Befund eine ambulante Versorgung erlaubt, ist das die deutlich schonendere Lösung. Wir bewerten diese Balance bei jedem Einsatz neu.

Häufige Anlässe für einen Senioren-Hausbesuch

Atemwegsinfekte sind der häufigste Anlass: akute Bronchitis, ambulant erworbene Pneumonie, Influenza, COVID-19, RSV. Bei reduzierter Sauerstoffsättigung oder bei Hinweisen auf Sepsis organisieren wir Klinikeinweisung; sonst behandeln wir ambulant mit engmaschiger Verlaufskontrolle.

Harnwegsinfekte sind die zweite große Gruppe – oft mit atypischen Symptomen wie Verwirrtheit, plötzlicher Inkontinenz oder Fieber ohne andere Hinweise. Wir testen mit Urin-Stix vor Ort, behandeln gemäß AWMF-Leitlinie und beachten die altersangepasste Antibiotika-Auswahl mit Blick auf Nierenfunktion und Wechselwirkungen.

Sturzfolgen, akute Schmerzen aus muskuloskelettalen Ursachen, Verschlechterung von chronischer Niereninsuffizienz, Herzinsuffizienz mit Dekompensation, akute Verwirrtheit (Delir) und Hautprobleme inklusive Druckgeschwüren gehören ebenfalls zum häufigen Spektrum.

Polypharmazie – das stille Risiko

Senioren in Berlin nehmen im Durchschnitt sechs bis neun verschiedene Medikamente parallel. Diese Polypharmazie birgt Risiken: Wechselwirkungen, redundante Indikationen, gegenläufige Wirkungen, paradoxe Reaktionen, problematische Substanzen aus der PRISCUS-Liste, Stürze durch anticholinerge Last oder orthostatische Hypotonie.

Beim Hausbesuch nehmen wir uns Zeit, alle aktuellen Medikamente zu sichten. Wir prüfen Indikation, Dosis, Risiko bei eingeschränkter Nierenfunktion (eGFR-Schätzung), anticholinerge Last (ACB-Score) und problematische Kombinationen. Auffälligkeiten besprechen wir mit Patient und Angehörigen – Änderungen erfolgen sorgsam und in Abstimmung mit dem behandelnden Hausarzt.

Diese Medikamenten-Bewertung ist häufig der wichtigste Wert eines Senioren-Hausbesuchs. Eine gut durchdachte Streichung problematischer Substanzen kann mehr bewirken als eine zusätzliche Verschreibung. Wir folgen dem Prinzip Deprescribing where appropriate, das in der modernen Geriatrie zunehmend anerkannt ist.

Pflegeeinrichtungen und betreutes Wohnen

Wir betreuen Privatpatienten in Berliner Senioren- und Pflegeeinrichtungen über alle Bezirke. Die Buchung erfolgt durch die Pflege, Angehörige oder Bevollmächtigte unter +49 30 550 77 870. Vor dem Besuch koordinieren wir mit der Pflegekraft: aktuelle Medikation, aktueller Allgemeinzustand, konkrete Beschwerden, Verlauf der letzten Tage.

Vor Ort untersuchen wir den Patienten gemeinsam mit der Pflege, dokumentieren ausführlich, sprechen mit dem Patienten respektvoll und auf Augenhöhe – auch und gerade bei demenziellen Patienten. Wir verzichten auf Eile, weil Geriatrie Zeit braucht.

Die Dokumentation wird der Pflegeeinrichtung übergeben und nach Patientenwunsch auch an Angehörige und Hausarzt versendet. Bei Bedarf an Anschlussversorgung – Logopädie, Physiotherapie, Ergotherapie, Wundmanagement – geben wir Hinweise und vermitteln gegebenenfalls Kontakte im Berliner Versorgungsnetz.

Vermeidung unnötiger Krankenhausaufenthalte

Krankenhausaufenthalte bei älteren Menschen haben ein klares Risikoprofil: Verwirrtheit (Hospital-Delir bei rund 30 Prozent der über 70-Jährigen), Funktionsverlust durch Immobilität, nosokomiale Infektionen, Multiresistenz, Entwurzelung. Ein vermiedener Krankenhausaufenthalt ist häufig die beste medizinische Entscheidung.

Voraussetzung dafür ist eine valide ambulante Versorgung. Wir entscheiden anhand klinischer Kriterien, ob die häusliche Versorgung sicher ist: Vitalparameter, Allgemeinzustand, Versorgungsumfeld, Erreichbarkeit von Angehörigen oder Pflege, telefonische Folgekontrollen. Wenn die Versorgung zuhause möglich ist, ist sie meist die richtige Wahl.

Wenn nicht – dann organisieren wir die Einweisung schnell und gezielt. Berliner Kliniken mit guter geriatrischer Kompetenz sind unter anderem die Charité Campus Mitte, das Vivantes Klinikum am Urban, das Evangelische Geriatriezentrum Berlin in Mitte und das DRK Klinikum Mitte. Bei diesem Entscheidungspunkt sind wir ehrlich – nicht jeder Patient gehört in den Hausbesuchs-Algorithmus.

Fragen & Antworten

Häufige Fragen zum Thema

Kommen Sie auch ins Pflegeheim?

Ja. Wir betreuen Privatpatienten in Berliner Pflege- und Senioreneinrichtungen über alle 12 Bezirke. Die Buchung kann durch die Pflegedienstleitung, durch Angehörige oder durch Bevollmächtigte erfolgen, telefonisch unter +49 30 550 77 870. Vor dem Besuch koordinieren wir mit der Pflege, vor Ort untersuchen wir gemeinsam und dokumentieren ausführlich. Die Berichte werden der Einrichtung übergeben und auf Wunsch an den Hausarzt versendet. Eine kontinuierliche Betreuung kann über die Privatpraxis Reiche aufgebaut werden.

Können Sie Medikamente entscheidend reduzieren?

Ja, in enger Abstimmung mit dem Hausarzt. Polypharmazie bei Senioren ist ein dokumentierter Risikofaktor für Stürze, Verwirrtheit, Nebenwirkungen und Hospitalisierung. Beim Hausbesuch prüfen wir alle Medikamente auf Indikation, Dosis, Wechselwirkungen, PRISCUS-Status und Nierenfunktion. Bei klar problematischen Substanzen sprechen wir das mit dem Patienten an und stimmen Änderungen mit dem behandelnden Hausarzt ab. Eine sofortige Streichung ohne Absprache erfolgt nur, wenn unmittelbares Risiko besteht. Diese kollegiale Abstimmung ist Standard.

Was passiert nach einem Sturz, wenn der Patient noch zuhause ist?

Wir führen eine strukturierte Untersuchung durch: Bewusstseinslage, neurologischer Status, Inspektion und Palpation der Verletzungsstellen, besonders der Hüfte und der Wirbelsäule, Hautinspektion auf Hämatome, Blutdruck, Puls, Sauerstoffsättigung. Bei Verdacht auf Fraktur – etwa Schenkelhalsfraktur mit verkürztem und außenrotiertem Bein – organisieren wir die Klinikeinweisung über 112 oder privaten Krankentransport. Bei Verletzungen ohne Fraktur-Verdacht versorgen wir vor Ort, klären über das Sturz-Risiko auf und sprechen die Sturzprävention an: Hilfsmittel, Wohnraumsicherheit, Medikamentenanpassung.

Können Sie auch Palliativ-Patienten versorgen?

Wir können palliativmedizinische Akutsymptome wie Schmerzen, Übelkeit, Atemnot oder Unruhe ambulant lindern, sind aber kein spezialisiertes Palliativ-Team (SAPV). In Berlin gibt es spezialisierte SAPV-Teams, mit denen wir bei Bedarf zusammenarbeiten – die Pallini Palliativstiftung, die Charité-Palliativmedizin, das Vivantes-Palliativnetz. Wenn ein Patient in spezialisierter Palliativbetreuung ist, klären wir vor jeder Intervention die Versorgungskette, um Doppelstrukturen zu vermeiden. Eine SAPV-Indikation kann auf Anfrage geprüft werden.

Lieber direkt fragen?

Telefon, WhatsApp oder Online-Buchung — Sie erreichen einen Menschen, kein Sprachmenü.