Welche chronischen Erkrankungen wir am Hausbesuch betreuen
Im akuten Schub oder bei Entgleisung versorgen wir alle gängigen chronischen Krankheitsbilder. Arterielle Hypertonie mit Blutdruckspitzen, Diabetes mellitus Typ 1 und 2 mit Entgleisung in Hyper- oder Hypoglykämie, COPD mit Exazerbation, Asthma bronchiale mit Anfall ohne lebensbedrohliche Atemnot, koronare Herzkrankheit mit stabiler Angina, Herzinsuffizienz mit Dekompensation auf NYHA-Stufe II–III, chronische Niereninsuffizienz, Vorhofflimmern, M. Parkinson und rheumatologische Schübe.
Auch in der internistischen Onkologie unter ambulanter Chemotherapie versorgen wir Symptome wie Übelkeit, Fieber unter Schwelle einer febrilen Neutropenie, Schmerzkrisen, ambulant beherrschbare Infekte. Bei lebensbedrohlichen Verläufen organisieren wir die Klinikeinweisung.
Patienten mit psychiatrischen chronischen Erkrankungen wie schwerer Depression, Angststörung oder demenzieller Entwicklung versorgen wir somatisch und vermitteln den Anschluss an einen Berliner Facharzt für Psychiatrie.
Versorgungsstrategie zwischen Praxis, Klinik und Zuhause
Die ambulante Versorgung chronischer Erkrankungen in Berlin lebt vom Zusammenspiel zwischen Hausarzt, Fachpraxis und gegebenenfalls Klinikambulanz. RAB ist der vierte Baustein: das Bindeglied, wenn ein Patient zwischen den Terminen akut betreut werden muss und der Weg zur Praxis nicht zumutbar ist.
Unsere Fachärzte – darunter Fachärzte für Allgemeinmedizin und Innere Medizin – behandeln nicht in Konkurrenz zum betreuenden Hausarzt, sondern in Ergänzung. Wir dokumentieren jede Visite, erstellen einen schriftlichen Bericht und versenden ihn auf Wunsch direkt an den Hausarzt oder Facharzt.
Diese integrierte Sicht reduziert Hospitalisierungen. Studien aus dem deutschen Versorgungssystem zeigen, dass strukturierte ambulante Akutbetreuung bei chronisch Kranken Klinikaufenthalte um 20 bis 30 Prozent senken kann. RAB-Patienten profitieren davon im Alltag.
Beispiele: typische Hausbesuche bei chronisch Kranken
Beispiel Diabetes: Eine 78-jährige Patientin in Steglitz-Zehlendorf unter Metformin und Sitagliptin entwickelt nach einem viralen Infekt erhöhte Blutzucker bis 280 mg/dl. Wir prüfen klinisch auf diabetische Ketoazidose, kontrollieren Vitalparameter, passen die Therapie temporär an und vereinbaren eine engmaschige telefonische Kontrolle. Ergebnis: kein Krankenhaus, sondern strukturierte Anpassung zuhause.
Beispiel COPD: Ein 65-jähriger Patient in Pankow mit GOLD-Stadium II zeigt zunehmende Dyspnoe und Husten. Pulsoxymetrie ergibt 91 Prozent. Wir behandeln ambulant mit kurzwirksamen Bronchodilatatoren, Steroid-Stoßtherapie und gegebenenfalls Antibiotikum. Kontrolle nach 48 Stunden. Bei Sättigung unter 88 Prozent oder Verschlechterung organisieren wir Klinikeinweisung.
Beispiel Herzinsuffizienz: Eine 82-jährige Patientin in Charlottenburg-Wilmersdorf entwickelt zunehmende Beinödeme und Belastungsdyspnoe. Klinische Untersuchung, EKG, Pulsoxymetrie. Wir passen Diuretika an, ergänzen telefonische Kontrollen und vermitteln zeitnah einen Termin in der Privatpraxis Reiche zur Echokardiografie.
Folgerezepte, Medikamentenverwaltung, Polypharmazie
Chronisch Kranke nehmen häufig fünf oder mehr Medikamente parallel. Diese Polypharmazie birgt Risiken: Wechselwirkungen, gegenläufige Indikationen, paradoxe Effekte. Beim Hausbesuch nehmen wir uns Zeit, alle aktuellen Medikamente zu sichten – inklusive frei verkäuflicher Präparate und Nahrungsergänzungsmittel.
Wir erneuern Privatrezepte für regelmäßige Medikation, sofern die Indikation nachvollziehbar dokumentiert ist und keine Anpassungsbedürftigkeit besteht. Bei Anpassungen besprechen wir die Änderungen mit dem Patienten und dokumentieren sie schriftlich für den Hausarzt.
Bei deutlichen Hinweisen auf inadäquate Medikation – etwa anticholinerge Last bei geriatrischen Patienten, fehlende Antikoagulation bei Vorhofflimmern, oder problematische Kombinationen – sprechen wir den Hausarzt nach Patientenfreigabe direkt an. Das ist nicht Konkurrenz, sondern kollegiale Versorgung.
Anbindung an die Privatpraxis Reiche
Die Privatpraxis Reiche, geführt von Susanne Reiche, ergänzt die Hausbesuchsstruktur durch ambulante Sprechstunden, Diagnostik und Verlaufskontrollen. Patienten, die nach einem akuten Hausbesuch eine Anschlussversorgung brauchen, können dort einen Termin erhalten – das verkürzt die Wartezeit gegenüber der allgemeinen Praxislandschaft in Berlin deutlich.
Diese Verzahnung ist gerade bei chronisch Kranken wertvoll: Nach einer COPD-Exazerbation steht eine Lungenfunktionskontrolle an, nach einer Diabetes-Entgleisung HbA1c-Kontrolle und Strukturüberprüfung, nach einer Herzinsuffizienz-Dekompensation Echokardiografie und Laborkontrolle.
Auf Wunsch koordinieren wir die Übergabe an Subspezialisten wie Kardiologen, Pneumologen, Diabetologen oder Nephrologen im Berliner Privat-Praxisnetz. Telefonisch unter +49 30 550 77 870 – die Disposition vermittelt sowohl Akuteinsätze als auch ambulante Folgetermine.