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Kopfschmerzen Arzt Berlin

Akute Kopfschmerzen sind eines der häufigsten Symptome in der ambulanten Medizin. Die meisten sind ungefährlich – Migräne, Spannungskopfschmerz, Cluster-Kopfschmerz – aber wenige sind potenziell lebensbedrohlich: Subarachnoidalblutung, Hirninfarkt, Meningitis, Sinusvenenthrombose. Der ärztliche Auftrag beim Kopfschmerz ist die saubere Triage. RAB schickt einen Facharzt zu Ihnen nach Hause oder ins Hotel, führt eine strukturierte neurologische Untersuchung durch und behandelt nach Leitlinie. Telefonisch unter +49 30 550 77 870, täglich von 6 bis 24 Uhr. Bei Red-Flag-Symptomen rufen Sie sofort 112.

Lesezeit · 8 Min. Aktualisiert · 2026-05-23

Wann Kopfschmerz Notfall ist – sofort 112

  • Plötzlicher, vernichtender Kopfschmerz (Donnerschlag-Kopfschmerz)
  • Kopfschmerz mit neurologischen Ausfällen: Lähmung, Sprachstörung, einseitiger Sehverlust, Doppelbilder
  • Kopfschmerz mit Fieber, Nackensteifigkeit, Lichtempfindlichkeit (Meningitis-Verdacht)
  • Kopfschmerz mit Bewusstseinstrübung oder Krampfanfall
  • Kopfschmerz nach Sturz oder Trauma, besonders bei Antikoagulation
  • Kopfschmerz mit Schwangerschaft, hohem Blutdruck und Sehstörungen (Verdacht Präeklampsie)
  • Kopfschmerz bei aktiver Tumorerkrankung, Immunsuppression oder HIV mit niedrigen CD4
  • Anhaltend progredienter Kopfschmerz über Tage bis Wochen ohne Linderung

Im Zweifel 112 wählen — bei lebensbedrohlichen Symptomen ist der öffentliche Rettungsdienst die erste Adresse.

Die wichtigsten Kopfschmerzformen unterscheiden

Migräne ist gekennzeichnet durch einseitige, pulsierende Kopfschmerzen mittlerer bis starker Intensität, oft mit Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Lärmempfindlichkeit. Bewegung verschlimmert. Manche Patienten erleben eine Aura – Sehstörungen, Gefühlsstörungen, sehr selten Lähmungen –, die der Schmerzphase vorausgeht.

Spannungskopfschmerz ist beidseitig, dumpf-drückend, leicht bis mittelschwer, oft tagsüber zunehmend, ohne Übelkeit. Er wird durch Bewegung meist nicht verschlimmert. Auslöser sind häufig Stress, Schlafmangel, Nackenverspannungen, Bildschirmarbeit.

Cluster-Kopfschmerz ist selten, aber sehr charakteristisch: streng einseitig im Augen- und Schläfenbereich, extrem stark, mit Tränen, Naselaufen und Rötung des Auges. Attacken dauern 15 bis 180 Minuten und treten meist über Wochen täglich auf. Diese Patienten gehören in fachärztliche neurologische Betreuung.

Red Flags – wann der Kopfschmerz Notfall ist

Plötzlicher, vernichtender Kopfschmerz – Donnerschlag-Kopfschmerz – ist bis zum Beweis des Gegenteils eine Subarachnoidalblutung. Hier zählt jede Minute, 112 ist die einzig richtige Antwort. Auch ein Kopfschmerz mit neurologischen Ausfällen wie Lähmung, Sprachstörung, einseitiger Sehverlust ist Notfall (Verdacht Schlaganfall).

Fieber mit Nackensteifigkeit, Lichtempfindlichkeit und schwerem Krankheitsgefühl ist Meningitis-Verdacht. Bei dieser Konstellation ist die schnelle stationäre Diagnostik mit Liquorpunktion und Bildgebung erforderlich. Auch ein neu aufgetretener Kopfschmerz nach dem 50. Lebensjahr verdient sorgfältige Diagnostik.

Weitere Warnzeichen: Kopfschmerz, der sich anhaltend verschlimmert; Kopfschmerz mit Krampfanfall; Kopfschmerz mit Bewusstseinsstörung; Kopfschmerz nach Trauma; Kopfschmerz bei Immunsuppression oder bei aktiven Tumorpatienten. In diesen Fällen ist eine schnelle Klinikabklärung sinnvoll.

Was wir beim Hausbesuch konkret tun

Wir beginnen mit einer strukturierten Anamnese: Beginn, Charakter, Lokalisation, Intensität, Begleitsymptome, Auslöser, Häufigkeit, Medikamenteneinnahme. Ein roter Faden ist das Erkennen von Red Flags – darauf legen wir besonderen Wert.

Die neurologische Untersuchung umfasst Bewusstseinslage, Pupillen, Hirnnervenstatus, Sensibilität und Motorik der Extremitäten, Koordinationsprüfung, Meningismus-Prüfung, Blutdruck und Puls. Bei Auffälligkeiten organisieren wir CT oder MRT in einer Berliner Klinik oder Radiologie-Privatpraxis.

Bei klassischer Migräne oder Spannungskopfschmerz reicht die klinische Diagnose. Wir besprechen die akute Therapie, geben gegebenenfalls Bedarfsmedikation, beraten zu Triggerfaktoren und stellen ein Privatrezept aus. Bei wiederholten Attacken vermitteln wir die ambulante neurologische Anschluss-Diagnostik.

Akuttherapie und Bedarfsmedikation

Bei Migräne-Attacken stehen Triptane wie Sumatriptan, Rizatriptan oder Zolmitriptan im Vordergrund. Sie sind besonders wirksam, wenn sie früh in der Attacke eingenommen werden. Antiemetika wie Metoclopramid oder Domperidon ergänzen die Therapie bei Übelkeit. NSAR wie Ibuprofen oder Naproxen sind ebenfalls wirksam und werden oft kombiniert.

Bei Spannungskopfschmerz reichen meist Paracetamol 1000 mg oder Ibuprofen 400 bis 600 mg. Wichtig ist die Begrenzung der Einnahme auf maximal 10 bis 15 Tage pro Monat, weil häufige Schmerzmittel-Einnahme den medikamenten-induzierten Kopfschmerz auslösen kann.

Bei Cluster-Kopfschmerz ist Sauerstoff über Maske (12–15 Liter/min für 15 Minuten) und subkutanes Sumatriptan die Akut-Therapie. Wir können vor Ort beraten, aber die fachärztliche neurologische Betreuung ist hier essenziell, weil eine Prophylaxe mit Verapamil oder anderen Substanzen erforderlich sein kann.

Prophylaxe und Lebensstil

Bei häufigen Migräne-Attacken (≥4 pro Monat oder bei schwerer Belastung) ist eine Prophylaxe sinnvoll. Erste Wahl sind häufig Beta-Blocker wie Metoprolol oder Propranolol, alternativ Topiramat oder Flunarizin. Bei therapierefraktären Verläufen sind CGRP-Antikörper (Erenumab, Galcanezumab, Fremanezumab) eine moderne Option, deren Einleitung in fachärztlicher Hand erfolgt.

Bei Spannungskopfschmerz steht der nicht-pharmakologische Ansatz im Vordergrund: regelmäßige Bewegung, Stressmanagement, Schlafhygiene, ergonomische Arbeitsplatzgestaltung, Physiotherapie. Diese Maßnahmen wirken oft besser als jede Tablette und sind langfristig nebenwirkungsarm.

Beim ersten Hausbesuch besprechen wir die Lebensstil-Faktoren ausführlich und vermitteln auf Wunsch den Kontakt zu Berliner Physiotherapeuten, Osteopathen oder zur Privatpraxis Reiche für die Langzeitbegleitung. Eine medikamentöse Prophylaxe wird in der Regel in fachärztlicher neurologischer Hand initiiert.

Fragen & Antworten

Häufige Fragen zum Thema

Wann muss ich bei Kopfschmerz sofort 112 rufen?

Bei plötzlichem, vernichtendem Kopfschmerz, der innerhalb von Sekunden seinen Höhepunkt erreicht (Donnerschlag-Kopfschmerz), bei Kopfschmerz mit Lähmung, Sprachstörung oder einseitigem Sehverlust, bei Kopfschmerz mit Fieber und Nackensteifigkeit, bei Bewusstseinstrübung oder Krampfanfall ist 112 die einzig richtige Antwort. Auch bei Kopfschmerz nach einem Trauma oder unter Antikoagulation gilt: lieber einmal zu viel 112 als einmal zu wenig. Wir respektieren diese Triage und drängen niemals auf einen Hausbesuch, wenn die Klinik der richtige Ort ist.

Bekomme ich beim Hausbesuch eine Spritze gegen Migräne?

In ausgewählten Fällen ja. Bei schweren Migräne-Attacken mit Erbrechen, die orale Triptane nicht erlauben, kann subkutanes Sumatriptan eine gute Option sein. Auch intramuskuläre oder intravenöse Gabe von Metoclopramid bei starker Übelkeit ist möglich. Wir entscheiden anhand der klinischen Bewertung und Ihrer Vorgeschichte. Wichtig: Eine routinemäßige intravenöse Schmerztherapie zuhause ist nicht der richtige Ansatz für rezidivierende Migräne – hier muss die strukturierte fachärztliche Betreuung im Vordergrund stehen.

Verschreiben Sie Triptane auf Privatrezept?

Ja, sofern die Indikation klar ist und keine Kontraindikationen vorliegen. Wir prüfen vorab kardiovaskuläre Risikofaktoren (koronare Herzkrankheit, schwere Hypertonie, Hirninfarkt-Vorgeschichte) und Wechselwirkungen mit SSRIs und MAO-Hemmern. Bei erstmaliger Verschreibung besprechen wir Anwendung, Dosis, mögliche Nebenwirkungen und das Limit von höchstens 9 bis 10 Anwendungen pro Monat. Bei häufiger Notwendigkeit vermitteln wir die fachärztliche neurologische Anschluss-Versorgung zur Migräne-Prophylaxe.

Sind Kopfschmerzen in der Schwangerschaft gefährlich?

Die meisten Kopfschmerzen in der Schwangerschaft sind ungefährlich – Migräne und Spannungskopfschmerz treten weiterhin auf. Wichtig ist aber, eine Präeklampsie auszuschließen: Kopfschmerz im dritten Trimester mit Blutdruckanstieg, Sehstörungen, Oberbauchschmerz oder Wasseransammlungen ist ein Warnzeichen, das eine zeitnahe gynäkologische Vorstellung erfordert. Bei Schwangeren passen wir auch die Schmerztherapie an: Paracetamol ist erste Wahl; Triptane werden nur nach sorgfältiger Indikationsstellung eingesetzt, NSAR sind im dritten Trimester kontraindiziert. Wir koordinieren bei Bedarf mit der gynäkologischen Versorgung in Berlin.

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